Projekt Brotatelier

Nach 3 Jahren Nachtschicht in einer Bäckerei und dem Abschluss der Bäckermeisterprüfung (siehe FAQ unten) hab ich nun Lust, die für mich schönen Seiten des Berufes auszuleben. Daraus entstand die Idee einmal die Woche nebenberuflich zu backen und einen Freiraum für mich zu Schaffen an dem ich mich in das Backen vertiefen kann. Da irgendwer den Kram auch essen und sich das irgendwie finanzieren muss entstand die Idee für eine Brotgemeinschaft. Ich backe gerne und irgendwo muss es ja Menschen geben, die gerne gute Backwaren essen...

Meine Idee sieht folgendermaßen aus:

Einmal in der Woche backe ich tolle Biobrote und fahre diese am Nachmittag/Abend mit dem Lastenfahrrad in Verteilstationen. Dort könnt ihr euch eure Backwaren abholen, da diese Stationen strategisch günstig bei euch Zuhause oder in der Umgebung liegen (siehe unten). Im Gegenzug finanziert ihr das Unterfangen am Anfang jeden Monats mit einem Beitrag.

Für mich ist die Idee des solidarischen Wirtschaftens zukunftsweisend und nachhaltig. Alle in der Gemeinschaft bekommen gutes Brot und tragen gemeinsam die Kosten, die bei der Produktion anfallen.

Ich habe ermittelt wieviele Brote an einem Backtag in der Woche aus dem Atelier kommen.

Die Eckdaten:

Ihr könnt ein Brotabo abschließen oder einfach Online bestellen.

Ich überlege mir was gebacken wird; Ihr genießt!

Es gibt 1kg Brot pro Woche

Wenn ihr mehr Brot braucht um euren Bedarf zu decken, könnt ihr auch 2, 3 oder 4 Kg Brot abonnieren. Mein Anspruch ist es die Rezepte so zu entwickeln, dass man die Backwaren ohne Qualitätsverlust am Abend der Auslieferung oder am nächsten Tag einfrieren und nach Bedarf auftauen kann. So ist es möglich bei einer Lieferung in der Woche die ganze Woche gute Backwaren zu haben. Also haltet immer nen Plätzchen im Froster frei.

Ich habe mir überlegt, den Preis für die Abos in eure Hände zu legen, um die individuelle finanzielle Situation zu berücksichtigen.

Zu vergeben sind vorerst insgesamt 40 Brote pro Woche.

Schreibt an brot@olejancke.com wieviel Brot ihr jede Woche haben wollt. Damit es nicht ganz so schwierig ist, gebe ich die Spanne mit 26€-43€/pro Monat vor.

Aktuell gibt es Depots zur Abholung in: Schmitzhöhe, Rodenbach und Lindlar


FAQ

  1. Wie bist du Bäcker geworden?“

    Ich bin über Umwege Bäcker geworden. Nach einer Ausbildung zum Tischler und 4 Jahren freiberuflicher Arbeit in diesem Beruf ergab sich die Möglichkeit meinem aufkeimenden Interesse für Backwaren beruflich zu folgen. Eine kleine Bioland-Bäckerei in der Nähe von Kiel stellte mich ohne Bäckerausbildung mit einem Gesellengehalt an. Dort habe ich drei Jahre um 0.00Uhr mit der Schicht angefangen und bin nachhause gekommen, wenn meine Mitbewohner_innen ihren Morgenkaffee tranken. Irgendwann fand ich heraus, dass ich durch die Berufserfahrung in der Bäckerei und meinen Gesellenbrief als Tischler direkt eine Zulassung zur Bäckermeisterprüfung beantragen konnte. Das habe ich gemacht und als Vorbereitung auf die Prüfung 6 Monate eine Meisterschule besucht. Seit März 2022 bin ich nun Bäckermeister.

  2. Warum bist du Bäcker geworden?“

    Ich habe schon früh angefangen einen Sinn für die Verarbeitung von Lebensmitteln zu entwickeln. Am Anfang war es das Kochen, später kam das Backen dazu. Hamburger Franzbrötchen waren das erste Produkt, das ich zu optimieren versucht habe. Backen ist ein sehr spannender Prozess. Aus Mehl, Wasser und Salz kann man mithilfe von Sauerteig (Bakterien und Hefepilze) ein Lebens- und Genussmittel erschaffen das unglaublich Vielfältig ist. Es entstehen durch unterschiedliche Teigführungen und Mehle und Aufarbeitungsmethoden eine Vielzahl an Geschmäckern und Produkten. Das Feld ist so groß, dass man Jahre damit zubringen kann neue Backwaren und Fertigungsmethoden zu entdecken.

  3. Warum willst du die Backgemeinschaft starten?“

    Nun steh ich da, mit so nem Meistertitel, dem Spaß am backen und dem Blick auf all die Bäcker_innen die jede Nacht schwitzen und am Ende die Bäckerei doch dicht macht. Für mich fühlt sich Backen immernoch wie das Hobby an, als das ich angefangen habe. Ich wollte ergründen warum mir so viele Backwaren nicht schmecken. Das ich diese Leidenschaft inzwischen professionalisieren durfte ist ein Geschenk. Ich möchte nun nicht mehr regelmäßig in der Nacht arbeiten, da mir das körperlich viel abverlangt hat. Außerdem möchte ich den Spaß am Backen beibehalten. Ich möchte den kreativen und spielerischen Teil des Backens weiterverfolgen, Rezepte entwickeln und mein Wissen ausbauen. In der Meisterschule spielte das traditionelle Handwerk keine Rolle. Es geht um Produktionsziele und Umsatzoptimierung. Essen erfüllt für mich neben dem Sattmachen noch weitere wichtige Funktionen. Essen ist Genuss. Es ist ein soziales Event. Es bringt Menschen zusammen und es bringt Freude. All das sollen meine Backwaren auslösen dürfen. Wie ginge das besser als in einer Gemeinschaft die diese Ideen mitträgt.. Die Brotgemeinschaft bietet außerem die Möglichkeit nur so viele Brote zu backen, wie auch gegessen werden. In jedem Brot steckt vom Anbau bis zum Esstisch so viel Tatkraft und Energie, dass es meine Form der Wertschätzung ist diese nicht zu vergeuden.

  4. Was ist deine Vision mit der Backgemeinschaft?“

    Diese Frage ist für mich schwer zu beantworten. Meine Vision mit der Brotgemeinschaft ist nicht sehr konkret. Ich habe viele Ideen, wohin es führen könnte. Mir ist nur klar, dass ich an irgendeiner Stelle anfangen muss, damit vielleicht ein Teil der Ideen Wirklichkeit werden. Für den Anfang ist es mir wichtig, dass alle die Möglichkeit haben, sich mit der Herkunft und dem Herstellungsprozess ihrer Brote auseinanderzusetzen.

  5. Warum hast du keinen Lohn eingerechnet?“

    Die Brotgemeinschaft ist für mich kein Geschäftsmodell um Geld zu verdienen. Geld mit Brot zu verdienen ist nicht leicht. Das Brotatelier ist für mich ein Spielplatz um mit Geschmäckern zu experimentieren. Deshalb mache ich es nur einen Tag in der Woche und backe nur 40 Brote. Die Fixkosten sind trotzdem da. Je höher die Stückzahlen eines Produktes sind, desto günstiger ist jedes Einzelne. Deshalb ist die Backwarenindustrie so erfolgreich und viele kleine Bäckereien müssen schließen. Ich mache das Brotatelier nebenberuflich. Deshalb ist es mir ersteinmal nicht wichtig Geld damit zu verdienen. Wenn ich mich entscheide mehr Zeit zu investieren und bspw mehr Menschen mit Brot zu versorgen, wäre es auch möglich einen Lohn auszuschütten bzw. die Investitionen zu refinanzieren. Ersteinmal freue ich mich wenn ich diesen Freiraum für mich habe und die Miete und Rohstoffe bezahlt sind.